Nach vier spannenden Jahren beim Ergotherapie-Verband Schweiz (EVS) war es für mich Zeit für etwas Neues. Nicht, weil es mir langweilig geworden wäre, ganz im Gegenteil. Die Mitglieder- und Kursadministration beim EVS hat meinen Alltag geprägt, mich gefordert und mir einen tiefen Einblick in die Verbandswelt ermöglicht. Doch manchmal klopft eine neue Chance an die Tür, und dann sollte man sie nicht zu lange im Gang stehen lassen.
So führte mein Weg innerhalb der B’VM zum Schweizerischen Verband der Ernährungsberater/innen SVDE. Ein neuer Verband bedeutet neue Menschen, neue Themen, neue Abläufe und natürlich auch jede Menge neue Abkürzungen, die man zuerst einmal entschlüsseln muss.
Während ich mich beim EVS vor allem um Mitglieder und Kurse kümmerte, stehen beim SVDE heute ganz andere Themen im Fokus. Zu meinen Hauptaufgaben gehören die Betreuung von Sponsoren, die Gestaltung des Verbandsmagazins NutriInfo sowie die Bearbeitung von Tarifanschlüssen für selbständig tätige Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater. Kurz gesagt: Statt Kursanmeldungen und Mitgliedermutationen begleiten mich nun Inserate, Mailings, Sponsorenanfragen und ZSR-Nummern durch den Arbeitsalltag.
Der eigentliche Verbandswechsel hatte es allerdings in sich. Theoretisch klingt ein interner Stellenwechsel ganz einfach: Schreibtisch wechseln, neue Aufgaben übernehmen und los geht’s. Praktisch sah das etwas anders aus.
Da meine Vorgängerin beim SVDE bereits Mitte Mai ihren letzten Arbeitstag hatte, begann meine Einarbeitung in die neuen Aufgaben schon vor dem offiziellen Wechsel. Meine Nachfolgerin beim EVS startete hingegen erst Anfang Juni und musste selbstverständlich ebenfalls eingearbeitet werden. Für rund anderthalb Monate war ich also gewissermassen in zwei Verbandswelten gleichzeitig unterwegs.
Ich lernte neue Prozesse, Systeme und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner beim SVDE kennen. Dazwischen beantwortete ich Fragen zum EVS, erklärte Abläufe, übergab Dossiers und versuchte sicherzustellen, dass für meine Nachfolgerin möglichst wenig Fragezeichen übrigblieben. Wer sich schon einmal gefragt hat, wie sich zwei Vollzeitstellen gleichzeitig anfühlen: ungefähr wie Jonglieren, nur dass zusätzlich noch ein paar Bälle dazukommen, während man bereits mitten im Wurf ist.
Rückblickend war diese Zeit herausfordernd, intensiv und manchmal auch ein kleiner Ausdauersport. Gleichzeitig habe ich in kurzer Zeit viel Neues gelernt. Der Wechsel hat mir erneut gezeigt, wie vielfältig Verbandsarbeit sein kann. Obwohl der EVS als auch der SVDE Verbände sind, unterscheiden sich die Themen, Bedürfnisse und Schwerpunkte voneinander.
Heute bin ich froh, diese Chance ergriffen zu haben. Ich darf meinen Horizont erweitern, neue Kompetenzen aufbauen und einen weiteren spannenden Verband kennenlernen. Auf die EVS-Zeit blicke ich dankbar zurück, während ich mich darauf freue, die Zukunft des SVDE aktiv mitzugestalten.
Und falls mich jemand fragt, was ich aus dieser Wechselzeit mitgenommen habe: Neben viel neuem Fachwissen vor allem die Erkenntnis, dass eine gute Übergabe genauso wichtig ist wie ein guter Start. Und jonglieren ist nicht so leicht wie es aussieht 😊