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Kein Kompass. Kein Kurs – Darum Strategie! 

Organisationen bewegen sich heute in einem Umfeld, das sich laufend verändert und oft durch Unsicherheit, Dynamik und zunehmende Komplexität geprägt ist. Steigende Erwartungen von Anspruchsgruppen stehen begrenzten Ressourcen gegenüber. In diesem Kontext gewinnt Strategie eine zentrale Bedeutung: Nicht als starres Papier, sondern als Kompass, der hilft, den gemeinsamen Kurs zu bestimmen, ohne die Beweglichkeit zu verlieren.

Was ist Strategie? 

    Eine Strategie beantwortet zentrale Fragen wie: 

    • Wo stehen wir heute und wohin wollen wir uns in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln? 
    • Welche Schwerpunkte setzen wir – fachlich, organisatorisch und finanziell? Was tun wir – und was bewusst nicht? 
    • Wo setzen wir unsere knappen Ressourcen ein? 
    • Wie positionieren wir uns gegenüber relevanten Anspruchsgruppen? 
    • Woran erkennen wir, dass wir Wirkung erzielen? 

    Oder kurz gesagt: «Wie wollen wir unseren Zweck unter gegebenen und zukünftigen Rahmenbedingungen wirksam erfüllen?» 

    Im Unterschied zur operativen Planung oder zu einzelnen Projekten schafft Strategie einen mittel- bis langfristigen Orientierungsrahmen. Sie verbindet das «Warum» (Zweck, Mission) mit dem «Was» (strategische Ziele) und dem «Wie» (grundlegende Stossrichtungen). Dabei geht es nicht um Detailentscheidungen, sondern um bewusste Schwerpunktsetzungen. 

    Der Kompass-Gedanke: Orientierung statt Detailsteuerung 

    Ein Kompass gibt keine detaillierte Wegbeschreibung vor. Er zeigt Richtung und ermöglicht, situativ gute Entscheidungen zu treffen. Übertragen auf Organisationen heisst das: 

    • Klarheit über Zielbild und Prioritäten 
      Die strategische Ausrichtung ist verständlich, nachvollziehbar und kommunizierbar. 
    • Leitplanken für Entscheidungen 
      Führungskräfte und Gremien können Entscheidungen konsistent und begründet fällen. 
    • Gemeinsame Sprache 
      Unterschiedliche Perspektiven werden eingeordnet und produktiv genutzt. 
    • Fokus statt Aktionismus 
      Nicht alles wird gleichzeitig verfolgt – Ressourcen werden gezielt eingesetzt. 

    Von der Analyse zur Umsetzung 

    Wirksame Strategiearbeit verbindet Analyse, strategische Klärung und Umsetzung von Anfang an. Wichtige Elemente dabei sind: 

    • Ausgangslage und Analyse 
      Zentrale Entwicklungen, Herausforderungen, Chancen (z. B. Umfeld‑, Stakeholder‑, Ressourcenanalyse) -> Ist-Zustand 
    • Strategische Leitfragen 
      Woran müssen wir arbeiten, um unseren Zweck künftig wirksam zu erfüllen? -> Soll-Zustand 
    • Strategische Ziele 
      Wenige, klare Zielsetzungen mit mittelfristigem Horizont. 
    • Stossrichtungen und Prioritäten 
      Wo setzen wir Schwerpunkte – und wo nicht? -> realistische Entwicklungsfelder 
    • Verbindung zur Umsetzung 
      Eine Berücksichtigung der Umsetzung mit klarer Anschlussfähigkeit an die Mehrjahresplanung, die Jahresziele und das Controlling. 

    Erfolgsfaktoren einer tragfähigen Strategie 

    • Gemeinsames Verständnis von Ausrichtung, Rollen und Prioritäten 
    • Saubere Trennung von strategischer und operativer Führung 
    • Einbezug und Beteiligung der relevanten Anspruchsgruppen 
    • Klare Entscheidungsgrundlagen statt unverbindlicher Zielbilder 

    Fazit 

    Eine wirksame Strategie sagt aus, worauf sich die Organisation in den kommenden Jahren fokussieren will und zeigt auf, was (vorerst) nicht verfolgt wird. Sie wirkt wie ein Kompass, nicht wie ein Navigationsgerät. Sie übersetzt den Zweck einer Organisation, indem sie ihn in strategische Ziele, bewusste Schwerpunktsetzungen und klare Leitplanken übersetzt.  

    Eine gute Strategie ist verständlich formuliert, stabil in der Richtung, aber offen für Anpassungen bei veränderten Rahmenbedingungen oder neuen Erkenntnissen. Eine regelmässige Überprüfung der Strategie gehört dazu. 

    Strategieentwicklung in Nonprofit-Organisationen ist besonders dann wirksam, wenn sie partizipativ gestaltet wird. Mitglieder, Ehrenamtliche, Mitarbeitende und Gremien bringen unterschiedliche Perspektiven ein – und tragen später die Strategie mit. Ein gut strukturierter Meinungs‑ und Willensbildungsprozess stärkt die Legitimation strategischer Entscheidungen und erhöht die Umsetzungskraft.  

    Strategie entsteht nicht am Schreibtisch, sondern im Dialog. B’VM begleitet Organisationen bei der Erarbeitung ihrer Strategie mit Methoden, Instrumenten, Moderation und Projektmanagement.  

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